Senioren ĂŒberwinden die digitale Kluft und verfolgen die Reform der Altersvorsorge genau

Der Schweizerische Seniorenrat (SSR) hat am 15. September seinen Herbstkongress mit 150 Teilnehmern in Biel abgehalten.

Philippe Metzger, Direktor des Bundesamtes fĂŒr Kommunikation, hat die Herausforderungen der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) fĂŒr Senioren vorgestellt. WĂ€hrend der Vorbereitungsphase des Kongresses hat der SSR eine nicht reprĂ€sentative Umfrage bei seinen Mitgliederorganisationen durchgefĂŒhrt. Über 500 Personen haben teilgenommen. 91 % der Befragten nutzen IKT fĂŒr den Kontakt zu Angehörigen und Freunden und 72 % fĂŒr den Zugang zu Informationen. 89 % wenden andere IKT-Mittel an, um von Erleichterungen im Alltag zu profitieren. Die wichtigsten Schlussfolgerungen dieser Umfrage entsprechen jenen einer Befragung, die im Mai 2015 von der UniversitĂ€t ZĂŒrich fĂŒr Pro Senectute durchgefĂŒhrt wurde. Ältere „Offliner“ sind die schutzbedĂŒrftigen Personen von morgen und laufen Gefahr, an den Rand der Gesellschaft zu geraten. Eine gesunde Gesellschaft berĂŒcksichtigt die schwĂ€chsten und schutzbedĂŒrftigsten Individuen. Daniel Egloff vom Staatssekretariat fĂŒr Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) stellte das Innovationsprogramm zur Entwicklung altersgerechter Technologien (Active and Assisted Living, AAL) vor. An diesem Programm, das von der EuropĂ€ischen Union ins Leben gerufen wurde und von 2014 bis 2020 mit 700 Millionen Euro gefördert wird, nimmt auch die Schweiz teil. Es hat in erster Linie zum Ziel, es Ă€lteren Personen zu ermöglichen, durchschnittlich zwei Jahre lĂ€nger zu Hause zu bleiben, bevor sie in ein Altersheim ĂŒbersiedeln. Es geht um die Entwicklung von Systemen, Produkten und Leistungen, die sowohl Ă€ltere Menschen als auch die Mitarbeiter des Gesundheitswesens im Alltag unterstĂŒtzen (z.B. in Bezug auf den Wohnraum, die MobilitĂ€t, das gesunde Altern).

Die Altersvorsorge 2020 war ein brandaktuelles Thema. JĂŒrg BrechbĂŒhl, Direktor des Bundesamtes fĂŒr Sozialversicherungen, verglich die Ergebnisse der BeschlĂŒsse des StĂ€nderats des vorherigen Tages und des Vormittags mit den VorschlĂ€gen des Bundesrats. Ein runder Tisch, an dem vier Mitglieder der Nationalratskommission teilnahmen, wird sich ab Januar 2016 mit diesem Thema befassen. Dies sind Marina Carobbio Guscetti (PS/TI) und Maja Ingold (EVP/ZH) sowie Guy Parmelin (SVP/VD) und Jean-François Steiert (PS/FR). Trotz aller Übereinstimmungen und Unterschiede ist es fĂŒr jeden offensichtlich, dass eine Reform zwingend erforderlich ist und ein Konsens gefunden werden muss, der sich in einer Volksabstimmung durchsetzen kann. Denn die Herausforderungen – höhere Lebenserwartung, Alterung der Bevölkerung, sinkende Geburtenrate und schwache Zinsen fĂŒr die AHV und die Pensionskassen – mĂŒssen bewĂ€ltigt werden. Das Niveau der aktuellen Renten muss auch fĂŒr zukĂŒnftige Pensionierte garantiert sein. In der gleichen Umfrage des SSR haben sich die Befragten klar fĂŒr eine Rente mit 65 Jahren fĂŒr MĂ€nner und Frauen (84 %), den flexiblen AltersrĂŒcktritt zwischen 62 und 70 Jahren (92 %) sowie fĂŒr die Leistung ihres Beitrags mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer (77 %) ausgesprochen.

Eine ungarische Delegation erwiderte den Besuch, den der SSR Ungarn vor zwei Jahren im Rahmen der Schweizer Teilnahme am KohÀsionsprogramm der EU in Ungarn abgestattet hatte. Dies bot die Gelegenheit, die soziale Situation Àlterer Menschen in Ungarn mit jener von Senioren in der Schweiz zu vergleichen.

Schweizerischer Seniorenrat

Dateien