Der Schweizerische Seniorenrat unterstĂŒtzt eine umfassende Revision der Altersvorsorge

Die Reform der Altersvorsorge ist fĂŒr den Schweizerischen Seniorenrat (SSR) von zentraler Bedeutung. Er ist der festen Überzeugung, dass die Schweizerische Altersvorsorge auch den nachfolgenden Generationen die gleiche Rentensicherheit gewĂ€hrleisten muss wie bis anhin.

Der SSR begrĂŒsst das vorliegende umfassende Reformpaket des Bundesrates mit gewissen Vorbehalten. Er ist gegen eine Aufteilung des Revisionspaketes. Nach zwei gescheiterten AHV-Revisionen und der deutlichen Ablehnung der Anpassung des BVG-Umwandlungssatzes braucht es ein vertrauensbildendes Gesamtpaket.

Das Leistungsniveau der 1. und 2. SĂ€ule muss auch fĂŒr kĂŒnftige Rentnerinnen und Rentner erhalten bleiben. Die gewĂ€hlte Verfassungsinterpretation im Sinne der „Zielhierarchie“ darf die geltenden Verfassungsziele der AHV und der 2. SĂ€ule nicht einfach unterlaufen.


Zur AHV:

Der SSR ist fĂŒr eine lineare Erhöhung der Mehrwertsteuer um 1 Prozent. In dieser Form beteiligt sich auch die Rentnergeneration an der finanziellen Mehrbelastung. Der SSR spricht sich dafĂŒr aus, dass der Ertrag aus dem Mehrwertsteuerprozent vollumfĂ€nglich und direkt dem AHV-Ausgleichsfonds zufliesst. Die EinfĂŒhrung eines Referenzalters 65 fĂŒr Frauen und MĂ€nner, bei welchem die Renten ganz oder teilweise vorbezogen und aufgeschoben werden können, wird vom SSR unterstĂŒtzt. Die stufenweise Erhöhung soll sich ĂŒber 12 Jahre erstrecken.

Die geplante Verschlechterung bei der Witwenrente lehnt der SSR ab, weil dies noch nicht der gesellschaftlichen RealitĂ€t entspricht. Hingegen befĂŒrwortet der SSR die Absenkung der Witwen- und Witwerrente zugunsten einer entsprechenden Erhöhung der Waisenrente.

Der Bundesbeitrag von 19,55 % der AHV-Ausgaben muss beibehalten werden. Die geplante Senkung und Flexibilisierung des Bundesbeitrages wird vom SSR bekÀmpft.

Ein automatischer Interventionsmechanismus bei der AHV wird abgelehnt. Insbesondere bekÀmpft der SSR das vorgesehene Aussetzen der regelmÀssigen Rentenanpassung an die Kaufkraft (Mischindex).

Zur beruflichen Vorsorge:

Der SSR stimmt einer moderaten Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8 auf 6,4 Prozent zu. Dies nicht zuletzt, weil mit der Anpassung des Umwandlungssatzes der lĂ€stigen Polemik um die „Umverteilung von Jung zu Alt“ der Boden entzogen wĂŒrde.

Die vorgesehenen Kompensationsmassnahmen sind so zu gestalten, dass die Mehrkosten fĂŒr die davon Betroffenen tragbar sind. Aus Sicht des SSR ist es an der erwerbstĂ€tigen Bevölkerung bzw. den Sozialpartnern darĂŒber zu befinden.

Die Erhöhung des Mindestalters fĂŒr den Rentenvorbezug von 58 auf 62 hĂ€lt der SSR fĂŒr eine zu grosse EinschrĂ€nkung der Wahlfreiheit bei der beruflichen Vorsorge.

Den VorschlĂ€gen zur Verbesserung der Transparenz und betreffend der Aufsicht ĂŒber die Versicherungsunternehmen stimmt der SSR zu. Auch verlangt er eine Überschussbeteiligung von 95 Prozent an die Vorsorgeeinrichtungen.

Der SSR erwartet vom Bundesrat die Vorlage eines Gesamtpaketes fĂŒr die Revision der Altersvorsorge

Die wichtigsten Revisionspunkte sind vom Parlament schon zweimal beraten worden. Der SSR unterstĂŒtzt daher den Vorschlag des Bundesrates im Sinne eines Sammelbeschlusses. Dieser ist zwar umstritten, aber ein Gesamtpaket gewĂ€hrt allen Betroffenen einen besseren Überblick ĂŒber die geplanten Massnahmen als die weitgehend parteitaktisch geprĂ€gte Forderung von Teilpaketen. 

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