Die Alten sind kein Risiko, sondern gefÀhrdet!

Ältere Personen werden z.B. beim Einkaufen oft scheel angeschaut mit dem unausgesprochenen oder sogar direkten Vorwurf, sie hĂ€tten zu Hause zu bleiben, denn sie seien ein Risiko. Dabei schwingt die Angst mit, dass sie eine Gefahr fĂŒr andere darstellen könnten. Fitnesscenters erwĂ€gen zu öffnen ohne ‘Risikogruppen’. Der Coiffeurmeisterverband hat ein Merkblatt veröffentlicht, wonach die Coiffeure entscheiden sollen, wen sie behandeln. Der ‘Blick’ deutscht dies aus, indem er sagt, die Coiffeure wĂŒrden Risikogruppen nicht bedienen. 

 

Der Begriff Risiko wird umgedreht: Ein Risiko eingehen bedeutet, man setzt sich einer Gefahr fĂŒr sich selber aus. Die Verwechslung wirkt stigmatisierend.

 

Das BAG zĂ€hlt zu den Gruppen, die mit einem erhöhten Risiko leben, generell Menschen ĂŒber 65 Jahre und solche mit bestimmten Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Lungenproblemen etc. Mehr und mehr Untersuchungen zeigen jedoch, dass nicht das Alter das grosse Risiko darstellt, sondern die Vorerkrankungen, die im Alter deutlich zunehmen.

 

Der Schweizerische Seniorenrat hat die Ă€ltere Bevölkerung aufgerufen, sich zurĂŒckzuhalten und wenig Risiken auf sich zu nehmen. Er fordert jedoch auch zu einer differenzierten Betrachtung auf: Die Zeitspanne zwischen 65 Jahren und – sagen wir – 100 Jahren umfasst 35 Jahre. SelbstverstĂ€ndlich sind die Sicherheitsmassnahmen einzuhalten, es gibt jedoch keinen Grund, gesunde alte Menschen anders zu behandeln als jĂŒngere.