SSR gegen SeniorenprÀmien in der Krankenversicherung

NationalrÀtin Ruth Humbel mutet Menschen ab 55 oder 60 Jahren eine SeniorenprÀmie von CHF 600.- pro Jahr zu. Dieser Vorschlag ist eine Attacke auf die Grundpfeiler des KVG, denn ohne SolidaritÀten ist das Obligatorium in Gefahr. Der Vorstoss bringt auch nichts, um die Transparenz im Gesundheitswesen zu fördern oder dieses finanziell zu stabilisieren. Deshalb appelliert der SSR an Bundesrat und Parlament, nicht auf die Interpellation einzutreten.

Wissenschaftliche Studien beweisen, dass nicht das Alter an sich die höchsten Kosten verursacht, sondern – altersunabhĂ€ngig – die letzten Monate vor dem Tod. Das KVG regelt die SolidaritĂ€ten zwischen MĂ€nner und Frauen, unabhĂ€ngig von Gesundheitszustand, Alter und wirtschaftlichen VerhĂ€ltnissen. Die einseitige AufkĂŒndigung einer SolidaritĂ€t gefĂ€hrdet auch die anderen SolidaritĂ€ten. Zudem muss die gesamte Beitragsdauer betrachtet werden: alte, hochbetagte Menschen waren grösstenteils ihr Leben lang kaum krank. Sie waren „sehr gute Risiken“ und damit sehr lange Nettozahler.
Die Interpellation enthĂ€lt ferner keinerlei Anreize, durch welche die – oftmals komplexen – BehandlungsablĂ€ufe vereinfacht werden und dadurch fĂŒr die Ă€lteren Menschen mehr Möglichkeiten bieten, nĂŒtzliche PrĂ€vention und gegebenenfalls eine menschlich hochstehende Palliativpflege bewusster und gezielter in Anspruch zu nehmen. Der Vorstoss ist nur ein reines Finanzierungsinstrument fĂŒr das Gesundheitswesen und fördert keine strukturellen Verbesserungen.
Der SSR setzt sich fĂŒr ein zweckmĂ€ssiges und solidarisches öffentliches Gesundheitswesen ein. Er hat die GrundsĂ€tze dieser Optik auch bei der neuen Pflegefinanzierung eingebracht.

AuskĂŒnfte erteilen gerne:

Peter Seiler, PrÀsident der SSR-Arbeitsgruppe Gesundheit, 3005 Bern, T+ 031 351 43 34, E-Mail p-k-seiler@bluewin.ch

Christiane Jaquet-Berger, Co-PrÀsidentin, T+. 021 652 23 51, M. 079 449 46 61, E-Mail : jaquet.christiane@citycable.ch