Anpassung des Mindestumwandlungssatzes im BVG: Senkung der Renten in der 2. SĂ€ule rechtfertigt sich nicht

Der Schweizerische Seniorenrat widersetzt sich dem bundesrĂ€tlichen Vorschlag, den Mindestumwandlungssatz von 6,8 % auf 6,4 % im Gesetz ĂŒber die berufliche Vorsorge BVG zu reduzieren.

Diese Massnahme könnte die kĂŒnftigen Renten in der 2. SĂ€ule erneut reduzieren, und zwar um 5,88 Prozent seit dem Inkrafttreten der ersten BVG-Revision und um 7,9 Prozent in der Zeit vor dieser ersten Revision. Die Renten wĂŒrden sich somit immer weiter von den seinerzeitigen bundesrĂ€tlichen Zielen entfernen, anstatt sich anzunĂ€hern. In den Unterlagen zur Vernehmlassung wird argumentiert, weshalb die Leistungsziele nicht angetastet wĂŒrden. Diese Argumente sind aber hinsichtlich Auswahl der Hypothesen und den vergleichenden Basisdaten nicht ĂŒberzeugend.
Die aktuelle und kĂŒnftige Situation rechtfertigt in keiner Weise eine Reduktion des Mindestumwandlungssatzes, wie dies der Bundesrat mit Vernehmlassungsfrist von 30.4. vorschlĂ€gt. TatsĂ€chlich berĂŒcksichtigt er nicht die reale Erhöhung der ErtragssĂ€tze der Anlagen wĂ€hrend der Jahre 2004 und 2005. Es gilt zudem, sich an den Mindestumwandlungssatz von 7,2 % zu erinnern, als 1985 das BVG in Kraft getreten war. Seither wurde dieser Satz selbst in Zeiten hoher Börsenkurse und KapitalertrĂ€ge nie erhöht.
Die vorgeschlagene Massnahme schwĂ€cht die berufliche Vorsorge als Sozialver-sicherung, welche als Teil der Altersvorsorge eine wichtige Bedeutung fĂŒr die Ă€ltere Bevölkerung hat. Indem sich der SSR dieser Massnahme widersetzt, manifestiert er die SolidaritĂ€t zwischen den Generationen, d.h. zwischen den RentnerInnen von heute und den RentnerInnen von morgen. Diese sind nichts anderes als die heutigen Aktiven.
Schweizerischer Seniorenrat SSR

FĂŒr AuskĂŒnfte steht gerne zur VerfĂŒgung:

GĂ©rard Heimberg

PrĂ€sident der SSR-Arbeitsgruppe « Soziale Sicherheit », Tel. 021 807’36’36, Aubonne, e-Mail : gheimberg@bluewin.ch